Répétition et Révérence / Probe und Verbeugung 

performance, 2016
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The audience witnesses a ballet rehearsal that revolves around questions about technical perfection, aesthetic effortlessness, contraction and relaxation, observing and being observed as well as physis and virtuality. The performance examines the constraints and capabilities of the human body with the help of virtual extension.

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Selten manifestiert sich das Spannungsfeld zwischen schwebender Leichtigkeit und handwerklicher Präzision so anschaulich wie im Ballett. Die perfekte Körperbeherrschung lässt die Anstrengung in den Hintergrund treten und erzeugt eine homogene Illusion, die im Zeichen einer stolzen, weit verbreiteten Tradition steht. In Répétition et Révérence / Probe und Verbeugung erhalten die Zuschauer die Möglichkeit, dem Ballett aus verschiedenen Perspektiven zu begegnen, die für gewöhnlich in ergebnisorientierten Aufführungen kaum eine Rolle spielen. Sie werden eingeladen, nach einer Einführung im Foyer bei einer (inszenierten) öffentlichen Probe zu Gast zu sein. Ein gleichzeitig intimer und offener, variabler Raum entsteht, in dem der Blick nicht streng gerichtet ist und jede Aufführungstradition zur Disposition steht.

Die Performance entstand im Zuge der Beschäftigung mit der Frage nach der Nähe des menschlichen Körpers zur ihn umgebenden Technik. Und damit auf diversen Ausprägungen des Cyborgs. Ein Verhältnis, für dessen Thematisierung sich das Theater als körperbetontes Live-Ereignis zwischen anwesenden Zuschauern und Akteuren in unseren Augen besonders eignet. Wir haben uns bald entschieden, die eingesetzte Technik zu minimieren und uns stattdessen auf das quasi-maschinelle Potenzial des menschlichen Körpers selbst zu konzentrieren. Die Performance spielt hierbei u.a. mit Wiederholung, Reflexion/Spiegelung, Perspektivwechsel, digitaler Reproduktion/Dopplung der Körper.


Title: Répétition et Révérence / Probe und Verbeugung // Répétition et Révérence - Rehearsal and Obeisance
Duration: 60 min
Language: Indtroduction in German, no language afterwards
Premiere: 14 May 2016, Kunstmühlen Festival, Nürnberg

Konzept, Inszenierung / Concept, Directing: FRE (Jakob Freese & Marian Freistühler & Jessica Hölzl)
Fachliche Beratung Ballett / Professional Advise Ballett: Theresa Boock

Tanz / Dancer
Nina Benkert

ausgezeichnet mit dem Jurypreis für die Beste Formensprache
awarded with the Jury Prize for Best Stylistic Articulation


Die Fotos sind Nebenprodukte des als Teil der Performance entstehenden Bildmaterials.